Long-Term Development of the Nuclear Power System: A Socio-Techno-Ecological Analysis of Technology, Narratives and Sustainability Gaps BASE-Forschungsprojekt
Themenfeld: Nukleare Sicherheit Status: abgeschlossen Finanzierung: BASE-Inhouse-Forschung
Projektbeschreibung
Dieses Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Doktorand:innenprogramms des BASE*) in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin umgesetzt.
Die kumulative Dissertation analysiert die langfristige Entwicklung des sozio-technischen Systems Kernenergie und umfasst sowohl den historischen wie auch den zukünftig zu erwarteten globalen Zubau von Kernenergie. Darüber hinaus werden die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen einer langfristigen und sicheren Lagerung von radioaktiven Materialien betrachtet.
Mittels einer langfristigen und globalen Perspektive werden die technologische Entwicklung von Reaktortechnologien in Energiesystemen sowie den Umgang mit radioaktiven Materialien in Nachhaltigkeitskonzepten interdisziplinär beleuchtet.
Die Dissertation beschäftigt sich mit folgenden Punkten:
- Erwartungen an den Zubau von Kernenergie und der tatsächlichen Entwicklung
- Techno-ökonomischen Treiber in Energieszenarien
- Langfristige innovationsökonomische Dynamiken verschiedener Reaktortechnologien
- Vorschläge zur Berücksichtigung radioaktiver Materialien in globalen Nachhaltigkeitskonzepten
Auf Grundlage umfangreicher Datenanalysen zeigt der erste Teil der Dissertation, dass ambitionierte Ausbauprojektionen für die Atomkernenergie kein neues Phänomen als Antwort auf den Klimawandel darstellen, sondern seit den 1970er-Jahren ein wiederkehrendes Muster einer globalen Energiepolitik bilden. Erwartungen an einen großflächigen Ausbau der Atomkernenergie werden dabei oft an techno-optimistischen Narrativen geknüpft.
Im Rahmen einer Fallstudienanalyse wird gezeigt, dass der Ausbau der Kernenergie in den USA in spezifische historische, geopolitische und sicherheitsbezogene Kontexte eingebettet ist, und durch techno-optimistische Erwartungen von Entscheidungsträger:innen und Industrieakteur:innen getragen wurde. Obwohl die aktuelle Debatte über die Rolle der Atomkernenergie zunehmend mit Klimazielen verknüpft wird, stützt sie sich häufig auf dieselben Reaktortechnologien und Grundannahmen der Vergangenheit. Es wird darüber hinaus aufgezeigt, dass radioaktive Materialien in modernen Nachhaltigkeitskonzepten wie den globalen Nachhaltigkeitszielen oder dem Konzept der planetaren Grenzen bislang unzureichend berücksichtigt werden. Die Arbeit plädiert für deren Einführung und entwickelt konkrete Vorschläge für Indikatoren.
*) Im Rahmen des Doktorand:innen-Projekts stellt das BASE einen befristeten Arbeitsplatz zur Verfügung und die kooperierende Universität übernimmt die Erstbetreuung der Doktorarbeit.
Kontakt
Dr. Friederike Kelle Leitung Fachgebiet F 2, Sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung