BASE auf internationalem Symposium zur Langzeitdokumentation
Meldung
Stand: 13.10.2025
Wissenserhalt für Generationen: In der nuklearen Entsorgung müssen Informationen für besonders lange Zeiträume erhalten werden. Deutlich wird das vor allem am Beispiel der geologischen Endlager. Auch nach deren Verschluss soll das Wissen über den Standort und den radioaktiven Abfall für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Diese Herausforderung gilt es zu meistern.
Ein wissenschaftliches Symposium in Yokohama (Japan) hat sich vom 7. bis 10. Oktober 2025 mit Fragen zu diesem Themenkomplex beschäftigt. Rund 150 Teilnehmende aus über 15 Staaten waren beim „Symposium on Information, Data and Knowledge Management for Radioactive Waste - Challenges Across All Timescales” vor Ort. Auch Expert:innen des BASE nahmen an der Veranstaltung, die durch die OECD Nuclear Energy Agency ausgerichtet wurde, teil.
Moderne digitale Archivierung braucht passgenaue Tools
Die Teilnehmenden diskutierten verschiedene Ansätze und Konzepte eines systematischen und langfristigen Informationsmanagements. Dieses soll über die kommenden Jahrzehnte eingesetzt werden und Jahrhunderte überdauern. Dazu zählen moderne digitale Informationssysteme für laufende Projekte genauso wie die sichere Archivierung von Schlüsselinformationen über Jahrhunderte.
Im Zentrum der Diskussion standen Fragen der Entwicklung passgenauer digitaler wie analoger Tools und Speichermedien. Auch regulatorische Vorgaben für den langfristigen Informationserhalt und ob und wie Künstliche Intelligenz beim Umgang mit sehr großen Datenmengen helfen kann wurden diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass langfristiger Erhalt von Daten, Informationen und Wissen eine zentrale Sicherheitsfunktion in der nuklearen Entsorgung darstellt. Dies muss folglich von allen verantwortlichen Institutionen entsprechend hoch priorisiert werden.
Internationaler Austausch unabdingbar für Ausbau der Langzeitdokumentation
Das BASE hat auf dem Symposium Inhalte zur Langzeitdokumentation in Deutschland vorgestellt. Auch die Ergebnisse aus BASE-geförderten Forschungsprojekten zur Langzeitbeständigkeit analoger und digitaler Speichermedien sind in der internationalen Gemeinschaft auf großes Interesse gestoßen.
Jochen Ahlswede, BASE-Abteilungsleiter Forschung und Langzeitdokumentation fasst zusammen: „Radioaktive Abfälle bürden unseren Gesellschaften die Verpflichtung auf, Informationen für Jahrzehnte und Jahrhunderte zu bewahren und zugänglich zu halten. Deutschland geht mit seinen Regeln für die Langzeitdokumentation dabei mit gutem Beispiel voran. Für die sehr langen Zeitperspektiven hat aber noch kein Land eine Blaupause, daher ist internationaler Austausch hierfür so wichtig.“
Aus Sicht des BASE sind klare regulatorische Vorgaben und ein regelmäßiges internationales Peer-Review wichtige Bausteine für den erfolgreichen Erhalt von Informationen über sehr lange Zeiträume.
Endlagerung: Wissenserhalt und Langzeitdokumentation sind Pflicht
In Deutschland gibt es die gesetzliche Verpflichtung, alle für die Zwischen- und Endlagerung hochradioaktiver Abfälle entstehenden Daten und Dokumente dauerhaft zu speichern. Damit soll zukünftigen Generationen ermöglicht werden, Zugang zu allen sicherheitsrelevanten Informationen zu haben und getroffene Entscheidungen nachvollziehen zu können.
Auch soll die Wahrscheinlichkeit von unbeabsichtigtem Eindringen in einen zukünftigen Endlagerstandort so weit wie möglich reduziert werden. Das BASE wird als zuständige Institution dafür Archive in digitaler und analoger Form aufbauen und sicherheitsrelevante Schlüsselinformation bereitstellen.
Mitarbeitende des BASE sind deshalb seit Jahren intensiv in die Arbeit der OECD Nuclear Energy Agency eingebunden und leiten unter anderem ein Expertengremium für den Langzeitinformationserhalt.
Stand: 13.10.2025