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Expert:innentag Jena: Wissen zu Wirtsgesteinen und Co.

Meldung

Stand: 07.10.2026

Expert:innentag Jena: Wissen zu Wirtsgesteinen und Co.

Im Rahmen einer schulischen Projektwoche erlebten Jugendliche, wie Wissenschaftler:innen zur komplexen Endlagersuche beitragen. Beim Expert:innentag an der Uni Jena erkundeten Schüler:innen zusammen mit BASE-Doktorand Jakob Fröhlich die Welt der Wirtsgesteine.

VR-Brillen und Experimente: Wissenschaft hautnah erleben

Radioaktivität, Energie und der Umgang mit hochradioaktiven Abfällen: Mit diesen Themen beschäftigten sich im September rund 130 Schüler:innen der Klassenstufen 10 und 11 aus drei Jenaer Schulen. Den Auftakt zur Projektwoche bildeten zwei Fachtage zu naturwissenschaftlichen Grundlagen: von ionisierender Strahlung über Kernenergie bis zu den biologischen Wirkungen radioaktiver Strahlung. Ergänzt wurde die Theorie durch eigene Experimente und Erkundungen. Die Schüler:innen sollten Zusammenhänge verstehen, Fragen stellen und möglichst unterschiedliche Perspektiven kennenlernen. Um sich dann, gut informiert, eine eigene Meinung zur Endlagersuche bilden zu können.

Unterrichtsraum der Universität Jena
BASE-Doktorand Jakob Fröhlich zeigt Wirtsgesteine, die für die Einlagerung hochradioaktiver Abfälle infrage kommen.  © Claudia Hilbert/Universität Jena (Bearbeitung: Jakob Fröhlich)

Ein Höhepunkt der Projektwoche: der Expert:innentag an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Unterstützt durch die Arbeitsgruppe „Angewandte Geologie“ von Prof. Dr. Thorsten Schäfer, in der auch BASE-Doktorand Jakob Fröhlich mitwirkt, konnten die Schüler:innen Wissenschaft hautnah erleben.

Ausgestattet mit VR-Brillen erkundeten die Jugendlichen die Bergwerke Morsleben, Asse und Konrad. Außerdem konnten für die Endlagerung geeignete Wirtsgesteine wie Tonstein, Steinsalz und Kristallin unter dem Auflichtmikroskop untersucht werden. Zudem konnten die Schüler:innen testen, welche Materialien radioaktive Strahlung abschirmen können.

Auch aktuelle Forschung der Universität stand auf dem Programm: Dr. Sarah Nettemann und BASE-Doktorand Fröhlich gaben spannende Einblicke in Forschungsprojekte. Jakob Fröhlich zeigte bei seinem Vortrag anhand von einfachen Alltagsgegenständen (einer Packung Kochsalz, einem Pflasterstein und einer getöpferten Tasse), dass Wissenschaft uns auch im Alltag ständig begleitet. Die Gegenstände waren natürlich nicht zufällig gewählt. Sie alle können mit der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Verbindung gebracht werden. Denn sie bestehen aus potenziellen Wirtsgesteinen: Steinsalz, Ton(-stein) und Kristallin. Wie die Wirtsgesteine dann unter Tage aussehen, konnten sich die Jugendlichen anhand von Bohrkernen ansehen, die Jakob Fröhlich mitgebracht hatte.

Wie die Suche nach einem Endlager in Deutschland konkret abläuft, erklärte Thora Schubert von der BGE. Marion Durst, Physik- und Astronomielehrerin sowie Ko-Vorsitzende des Nationalen Begleitgremiums (NBG), zeigte, warum neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch gesellschaftliche Beteiligung und ein transparentes Verfahren über den Erfolg der Endlagersuche entscheiden.

Eine gelungene Veranstaltung, bei der BASE-Doktorand Fröhlich vor allem die Schüler:innen lobte. „Für ihre Neugier, ihre kritischen Fragen und ihre Bereitschaft, sich auf ein ausgesprochen komplexes Thema einzulassen.“

Stand: 07.10.2026