BASE und finnische Aufsichtsbehörde beschließen Kooperation
Meldung
Stand: 09.10.2026
Wie unterschiedlich üben andere Staaten die Aufsicht über die Endlagerung radioaktiver Abfälle aus und was können sie dabei voneinander lernen? Zu diesen Fragen werden das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und die finnische Aufsichtsbehörde Säteilyturvakeskus (STUK) künftig kooperieren. Dies hielten BASE-Präsident Christian Kühn und Petteri Tiippana, Generaldirektor der STUK, in einer gemeinsamen Absichtserklärung fest, die sie am 6. Oktober im finnischen Vantaa unterzeichneten.
Zusammenarbeit und Wissenstransfer zur nuklearen Entsorgung
BASE-Präsident Kühn erklärt dazu: „Die Sicherheit der nuklearen Entsorgung ist eine internationale Herausforderung, bei der es großes Potenzial gibt, voneinander zu lernen. Auch wenn jedes Land die Verantwortung für die Entsorgung der eigenen Abfälle trägt, können wir uns durch den Austausch von Wissen und Erfahrungen gegenseitig dabei unterstützen, die Endlagersicherheit langfristig zu gewährleisten. Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der STUK, einer Behörde, die viele Jahrzehnte Erfahrung im Bereich der nuklearen Entsorgung mitbringt.“
Das BASE und die STUK wollen sich insbesondere zu Lehren und Erfahrungen bei der Wahrnehmung aufsichtlicher Aufgaben austauschen, wie z. B. der Inspektion von Endlagern oder der Prüfung von Unterlagen der Betreiberorganisationen.
Finnland steht kurz vor Genehmigung des Endlagers
Finnland etwa hat kürzlich einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem betriebsbereiten Endlager für hochradioaktive Abfälle erreicht: im August veröffentlichte die STUK eine Sicherheitsbewertung, in der die Behörde die geplanten Betriebsabläufe für das finnische Endlager ONKALO als sicher einstuft. Damit ist der Weg geebnet für die Betriebsgenehmigung des Endlagers, die die finnische Regierung noch in diesem Herbst erteilen könnte. Finnland würde damit der Inbetriebnahme des weltweit ersten Endlagers für hochradioaktive Abfälle einen großen Schritt näherkommen.
Auch Deutschland verfügt durch die Endlager Morsleben und Konrad über umfangreiche Erfahrungen bei der Errichtung, dem Betrieb und der Stilllegung von tiefengeologischen Endlagern. Anders als Finnland, für das aufgrund seiner geologischen Voraussetzungen nur eine Endlagerung in Kristallingestein in Betracht kommt, untersucht Deutschland zudem gleich drei Wirtsgesteine und hat so über die Jahre Expertise beim Vergleich der Eigenschaften verschiedener Gesteinsarten aufgebaut.
Stand: 09.10.2026