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Endlagersuche: Wie die persönliche Betroffenheit die Einstellung zur Endlagersuche prägt

scienceBASEd / April 2026

Endlagersuche: Wie die persönliche Betroffenheit die Einstellung zur Endlagersuche prägt

Wann wird ein potenzielles Endlager in der eigenen Region für Bürger:innen persönlich bedeutsam? Diese Frage diskutierten Interessierte und Expert:innen am 14. April 2026 im Rahmen der digitalen BASE-Vortragsreihe zur Forschung – scienceBASEd.

Einflüsse und Folgen persönlicher Betroffenheit

Die Suche nach einem sicheren Endlager für  hochradioaktive Abfälle betrifft alle Menschen einer  Standortregion. Doch nicht alle fühlen sich vom Thema gleichermaßen angesprochen. Für manche rückt das  Endlager erst ins Bewusstsein, wenn ihre eigene Region genannt wird. Andere beschäftigen sich bereits frühzeitig ohne regionalen Bezug damit.

Was beeinflusst diese persönliche Wahrnehmung und welche Folgen ergeben sich? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich das BASE-Forschungsprojekt „Individuelle Relevanzwahrnehmungen im Kontext aktueller Fortschritte des Standortauswahlverfahrens (Relevanz)“ beschäftigt.

Forschungsergebnisse des Projekts „Relevanz“

In der Veranstaltung stellte das Institut Verian aktuelle Ergebnisse des Forschungsprojekts aus einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit mehr als 2500 Teilnehmenden sowie zwei Fokusgruppen vor.

Die Ergebnisse zeigen, wann Bürger:innen ein mögliches Endlager als relevant für ihr eigenes Leben wahrnehmen. Außerdem wurde erläutert, welche Faktoren diese Wahrnehmung verstärken oder abschwächen können.

  • So hat die Endlagersuche aktuell nur für eine Minderheit der Bevölkerung große persönliche Relevanz. Größer wird die persönliche Betroffenheit erst, wenn vermutet wird, dass der eigene Wohnort als Endlagerstandort in Frage kommt.
  • Die Befragten schreiben dem Auswahlprozess eine potenziell gesellschaftlich spaltende Wirkung zu.
  • Zudem werden Kompensationsleistungen an die Region im Zusammenhang mit dem Endlager von einigen Befragten initial kritisch gesehen.

Die Ergebnisse des Projekts und das daraus resultierende Verständnis dienen dazu, die Öffentlichkeit möglichst zielgerichtet zu beteiligen – insbesondere im Hinblick auf den 2027 von der BGE erwarteten Standortregionenvorschlag. Nur wenn klar ist, wie Bürger:innen sich in den Regionen angesprochen fühlen, können Informationen verständlich und Beteiligung sinnvoll gestaltet werden.

Agenda

  • 13:00 Uhr Begrüßung | Dr. Stefan Hellebrandt und Dr. Frederik Gremler (BASE)
  • 13:10 Uhr Vorstellung der Arbeit | Dr. Sophia McDonnell und Aaron Heinz (Verian)
  • 13:40 Uhr Rückfragen und Diskussion | Dr. Stefan Hellebrandt  (BASE)
  • 14:00 Uhr Abschluss | Dr. Stefan Hellebrandt (BASE)

Fazit der Veranstaltung

Rund 100 Teilnehmer:innen besuchten die Veranstaltung. Dazu zählten Vertreter:innen des BMUKN, der BGE, BGZ, GRS, des NBG, des PFE, Forschungsinstituten und Landesbehörden sowie Privatpersonen.

Die Diskussion behandelte insbesondere Fragen zu Auswirkungen auf das Standortauswahlverfahren. Die Forschungsergebnisse zeigten, dass die Einstellungen zur Endlagersuche oft nicht durch demografische Faktoren (Alter, Bildung, Einkommen, Stadt/Land, Regionstyp) geprägt waren. Vielmehr spielte die wahrgenommene Betroffenheit der Befragten eine Rolle.

Das Ergebnis, dass etwa ein Fünftel der Befragten sich beteiligen würde, wirkte ermutigend. Diese muss aber im Zusammenhang mit sozialer Erwünschtheit betrachtet werden. Es ist leicht, einen Klick in einer Umfrage zu setzen. Ob daraus wirkliche Beteiligung folgt, ist jedoch offen.

Das Ergebnis, dass Kompensationsleistungen von einem großen Anteil der Befragten zunächst negativ gesehen wurden (als Versuch, sich Akzeptanz zu erkaufen), war für viele Teilnehmende ein wichtiger Aspekt. Die Effektivität einer solchen Maßnahme muss unter diesem Gesichtspunkt neu bewertet werden. Erkenntnisse wie diese sprechen dafür, die Bürger:innen vor Ort möglichst früh und konkret zu beteiligen.

Bei Rückfragen, Anmerkungen oder für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an:

Kontakt

, BASE-Forschungsabteilung

E-Mail forschung@base.bund.de

Stand: 08.05.2026