BASE-Kooperationsvereinbarungen mit Universitäten weiter ausgebaut
Zwei Promotionsvorhaben am BASE gestartet
Meldung
Stand: 18.05.2026
Das BASE hat seine Vernetzung mit Hochschulen und Universitäten weiter ausgebaut. Neben der TU Berlin kooperieren nun auch die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena und die Ruhr-Universität Bochum (RUB) mit der Forschungsabteilung unseres Amts. Zwei Doktorand:innen dieser Einrichtungen haben in diesem Jahr ihre Arbeit beim BASE begonnen und forschen zum Themenkomplex der nuklearen Sicherheit.
Forschung zu Tongestein in Untertagelabor
Im Rahmen des BASE-Doktorandenkonzepts ist Jakob Fröhlich seit März 2026 Mitarbeiter des Fachgebiets „Sicherheitsforschung für die Entsorgung radioaktiver Abfälle“. In Kooperation mit dem Institut für Geowissenschaften der FSU Jena bearbeitet er das BASE-Forschungsvorhaben „Untersuchungen im übertägigen Labormaßstab zum Verhalten von Tongestein im Nahfeld des Einlagerungsbereiches radioaktiver Abfälle – (UV-ToN)“ Die Betreuung auf akademischer Seite erfolgt durch Prof. Dr. habil. Thorsten Schäfer, Lehrstuhl für Angewandte Geologie der FSU Jena. Die experimentellen Arbeiten werden dementsprechend in den Laboren der FSU Jena durchgeführt.
Ziel des Forschungsprojekts ist es, weitere Erkenntnisse für die zukünftige Ausrichtung des „Bitumen-Nitrate-Clay Interaction (BN)‘-Experiments“, an dem das BASE seit 2019 beteiligt ist, zu gewinnen. Dieses Experiment läuft im Opalinuston des Mont-Terri-Projects, einem Untertagelabor in der Schweiz. Darüber hinaus sollen auch andere Tongesteinsformationen (wie die Staffelegg und Passwang Formation) in die experimentellen Arbeiten einbezogen werden.
Forschung zu laufenden Sicherheitsdebatten im Bereich Endlagersuche
Lisa Marie Eckardt (RUB) ist seit April 2026 als Doktorandin im Bereich sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung beim BASE tätig.
Im Rahmen ihrer Promotion an der Ruhr-Universität Bochum, betreut von Prof. Dr. Frank Uekötter (Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte), forscht sie am BASE zur Entwicklung nuklearer Sicherheit als Ergebnis von Aushandlungsprozessen zwischen Politik, Atomwirtschaft und Öffentlichkeit. Sie widmet sich den verschiedenen Bedeutungen des Sicherheitsbegriffs zwischen 1970 und 2000. Auf Grundlage zeitgenössischer Texte arbeitet sie heraus, welche Akteure Sicherheit im nuklearen Bereich wie verstanden haben und wie sich diese Vorstellungen im Laufe der Zeit verändert haben.
Darüber hinaus analysiert sie anhand von Fallstudien, wie Ereignisse aus dem Kernkraftwerksbetrieb, Atommülltransporten und der Endlagerung die Entwicklung nuklearer Sicherheit geprägt haben. Der zugrunde gelegte Sicherheitsbegriff umfasst dabei sowohl technische und institutionelle Veränderungen als auch Entwicklungen in den Bereichen Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, welche Beteiligungsformate und Dynamiken die Weiterentwicklung von nuklearer Sicherheit gefördert oder behindert haben.
Das Ziel der Promotion ist es, einen Beitrag zu laufenden Sicherheitsdebatten, insbesondere im Bereich der Endlagerung zu leisten.
Ziele der BASE-Ausbildungskooperation
Mithilfe des Doktorandenkonzepts und entsprechender Forschungsprojekte fördert das BASE den wissenschaftlichen Nachwuchs. Diese auf drei Jahre angelegte Förderung geht über die rein fachlichen Aufgaben- und Zielstellungen im Themenfeld der Endlagerung radioaktiver Abfälle hinaus, So profitieren das Bundesamt und die Hochschulen von Synergieeffekten zwischen Forschung und Lehre.
Stand: 18.05.2026