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Rücknahme radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung

Das Kapitel der Wiederaufarbeitung von radioaktiven Abfällen im Ausland ist seit Juni 2026 abgeschlossen. Die Betreiber der Atomkraftwerke haben nun alle deutschen Abfälle, die noch in den Wiederaufarbeitungsanlagen in England und Frankreich gelagert waren, vollständig zurückgenommen.

Rücknahme radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung

Insgesamt 132 Behälter mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung im Ausland sind in 16 Transporten über Land und See wieder sicher und unbeschadet nach Deutschland zurückgekommen. Damit hat Deutschland seine Verpflichtung zur Rücknahme der Abfälle, die in deutschen Atomkraftwerken entstanden sind, erfüllt. Die Castor-Behälter werden solange in den Zwischenlagern aufbewahrt, bis ein betriebsbereites Endlager zur Verfügung steht.

Was wurde zur Wiederaufarbeitung ins Ausland gebracht?

Seit dem Jahr 2005 sind Transporte deutscher Brennelemente zur Wiederaufarbeitung ins Ausland untersagt. Bis dahin wurden etwa 6.670 Tonnen Schwermetall ( Uran und andere metallische Anteile des bestrahlten Kernbrennstoffs) von den Betreibern der Atomkraftwerke zu Wiederaufarbeitungsanlagen und anderer Verwertung ins Ausland gebracht.

5.379 Tonnen gingen in die Wiederaufarbeitung von Orano (vormals AREVA NC, COGEMA) in Frankreich, 851 Tonnen in die Wiederaufarbeitung von Sellafield Ltd. (vormals BNFL) in Großbritannien. Die restlichen Mengen wurden entweder in der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe verarbeitet oder in geringerem Maße in folgende ausländische Institutionen transportiert:

  • zur Wiederaufarbeitung bei Eurochemic in Mol (Belgien)
  • zur Lagerung in das Zentrale Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente (CLAB) in Schweden
  • zur Wiederaufarbeitung oder Lagerung in Russland (nur Brennelemente aus den Kernkraftwerken Greifswald und Rheinsberg, die in der ehemaligen UdSSR hergestellt worden waren)
  • zum weiteren Einsatz in das Kernkraftwerk Paks in Ungarn (nur Brennelemente aus dem Kernkraftwerk Greifswald).

Wo werden die hochradioaktiven Abfälle aufbewahrt?

Bis zum Jahr 2011 wurden 108 Castor-Behälter aus der Wiederaufarbeitung in das Zwischenlager Gorleben transportiert und eingelagert. Ab 2020 kamen die letzten 24 Behälter mit radioaktiven Glaskokillen aus Frankreich und England zurück in vier Bundesländer mit Standorten ehemaliger Atomkraftwerke. Demzufolge lagern jeweils sieben Behälter aus der Wiederaufarbeitung in den Standort-Zwischenlagern Isar (Bayern) und Brokdorf (Schleswig-Holstein), sechs Behälter sind im Zwischenlager Biblis (Hessen) eingelagert und weitere vier Castor-Behälter befinden sich im Zwischenlager Philippsburg (Baden-Württemberg).

Frühere Konzepte und Planungen

Ein Castor-Behälter wird auf einem LKW in die Halle eines Zwischenlagers transportiert.
Probe-Handhabung eines leeren Transportbehälters zur Rücknahme © Christopher Mick

Seit der Gesetzesänderung 2005 fanden zwar keine Transporte aus Deutschland in die Wiederaufarbeitung mehr statt, es lagerten aber noch Wiederaufarbeitungsabfälle bei den entsprechenden Anlagen im Ausland. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen mussten die Abfallbesitzer, die Betreiber deutscher Atomkraftwerke, diese zurücknehmen. Das erfolgte auch in Übereinstimmung mit dem Grundsatz, dass jedes Land seine radioaktiven Abfälle selber entsorgt.

Anders als bestrahlte Brennelemente wurden die bei der Wiederaufarbeitung entstehenden flüssigen mittel- und hochradioaktiven Abfälle verglast und in sogenannte Kokillen gegossen. Die so entstandenen Abfallprodukte wurden wiederum in entsprechende Transport- und Lagerbehälter eingesetzt.

Im Jahr 2015 verständigten sich Bundesregierung, Länder und Abfallbesitzer, die in Glaskokillen gegossenen radioaktiven Abfälle nicht länger in das zentrale Zwischenlager Gorleben, sondern in Standort-Zwischenlager in Hessen, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg zur Aufbewahrung bis zur Endlagerung zu bringen.

Neuere, im Jahr 2021 zwischen den Energieversorgungsunternehmen und der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague geschlossene Verträge sahen vor, anstelle der insgesamt 157 Behälter mit mittelradioaktiven Abfällen, vier Behälter mit hochradioaktiven Abfällen sowie maximal 30 leere innen kontaminierte Transportbehälter zurück zu nehmen.

Seit November 2024 werden die vier Behälter mit hochradioaktiven verglasten Abfällen im Zwischenlager Philippsburg aufbewahrt. Die innen kontaminierten Transportbehälter, die für das Transportbehälterlager in Ahaus vorgesehen waren, sind laut BGZ zur Verwertung in die USA gebracht worden.

Stand: 12.08.2026