Rücknahme der Atomabfälle aus der Wiederaufarbeitung abgeschlossen
Pressemitteilung
Stand: 19.06.2026
Die letzten sieben Castor-Behälter, die noch aus der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield zurückgenommen werden mussten, sind am 17. Juni 2026 in Brokdorf angekommen – damit hat Deutschland das Kapitel „Rücknahme der hochradioaktiven Abfälle aus dem Ausland“ abgeschlossen. 30 Jahre nach dem ersten Transport von hochradioaktiven Abfällen ins Zwischenlager Gorleben und gut zehn Jahre nach dem Ende der Wiederaufarbeitung von deutschen Brennelementen im Ausland sind nun alle Abfälle zurück in Deutschland.
Insgesamt 132 Behälter sind so in 16 Transporten über Land und See wieder sicher und unbeschadet nach Deutschland gekommen. Dabei ist es zu keinem sicherheitsrelevanten Vorfall gekommen. Bis 2011 wurden 108 Behälter mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in 12 Transporten ins Zwischenlager Gorleben verbracht. Damals war das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) für die Zulassung der Transportbehälter und die Genehmigungen für Transport und Zwischenlagerung verantwortlich. Seit 2016 ist das BASE zuständig. Die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften wurde jeweils entsprechend der Zuständigkeiten vom Eisenbahn-Bundesamt und von den Ländern beaufsichtigt. Die Polizei begleitete die Transporte zum Teil unter großen Sicherheitsvorkehrungen.
„Deutschland hat seine vertraglichen Verpflichtungen nach der Wiederaufarbeitung im Ausland erfüllt – die Abfälle sind nunmehr gemäß dem Verursacherprinzip dort, wo sie entstanden sind. Das BASE hat hier durch das hohe Niveau seiner Prüfarbeit bei den Genehmigungen maßgeblich für Sicherheit sorgen können – alle Transporte sind ohne Schadenvorfälle durchgeführt worden. Mein Dank an die Mitarbeitenden, deren hervorragende Leistung hier dem Namen unseres Hauses, Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, voll entspricht“, sagt BASE-Präsident Christian Kühn.
Aufteilung auf Zwischenlager in vier Bundesländern
Bis zum Jahr 2005 wurden bundesdeutsche Brennelemente zur Wiederaufarbeitung nach England und Frankreich transportiert, um das Abfallvolumen zu reduzieren und rückgewonnenes Uran für neue Brennstäbe einzusetzen. Bei diesem umweltbelastenden Verfahren entstanden flüssige mittel- und hochradioaktive Abfälle, die verglast und in sogenannte Glaskokillen gegossen wurden. Gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen mussten die Abfallbesitzer, die Betreiber deutscher Atomkraftwerke, diese zurücknehmen. Das erfolgt auch in Übereinstimmung mit dem Verursacherprinzip, nach welchem jedes Land seine radioaktiven Abfälle selbst entsorgt.
Im Jahr 2015 verständigten sich Bundesregierung, Länder und Abfallbesitzer, die in Glaskokillen gegossenen radioaktiven Abfälle in Hessen, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg zwischenzulagern. Im April 2025 wurden sieben Behälter mit verglasten hochradioaktiven Abfällen aus Großbritannien ins Zwischenlager Isar transportiert. Aus Frankreich kamen vier Behälter im November 2024 nach Philippsburg, 2020 wurden sechs Behälter nach Biblis gebracht. Nun sind noch die verbliebenen sieben Behälter im Zwischenlager Brokdorf angekommen.
Stand: 19.06.2026